Konkrete Aufgaben statt politischem Gesamtpaket
Menschen können gezielt die Schule, Energieversorgung, Infrastruktur oder andere Leistung unterstützen, die sie tatsächlich nutzen oder sinnvoll finden.
Was wird möglich?
In der Selbstverwaltungsdemokratie entsteht Zuständigkeit durch freiwillige Unterstützung und konkrete Aufträge. Menschen, Firmen oder Organisationen können Lösungen anbieten, Unterstützung gewinnen und genau die Verantwortung übernehmen, die ihnen übertragen wurde.
Aufgabe
bekommt genau die Lösung, die freiwillige Unterstützung findet
direkt beauftragen
Verantwortung kann gezielt für eine konkrete Aufgabe übertragen werden.
mehrere Lösungen
Verschiedene Anbieter oder Gemeinschaften können gleichzeitig unterschiedliche Wege versuchen.
Aufträge können enden
Wenn die Aufgabe erledigt ist oder Unterstützung endet, muss daraus keine dauerhafte Zuständigkeit werden.
Zwei grundsätzlich verschiedene Wege
Die Grafik zeigt schematisch zwei unterschiedliche Organisationsprinzipien. In repräsentativen Systemen wird politische Zustimmung gesucht, damit eine Entscheidung innerhalb staatlicher Zuständigkeit gilt. In der Selbstverwaltungsdemokratie sucht eine Idee stattdessen freiwillige Nutzer, Auftraggeber oder Unterstützer.
Repräsentativ-politischer Weg
Schematisch dargestellt: Politische Akteure suchen Zustimmung, um innerhalb bestehender staatlicher Zuständigkeit Entscheidungen verbindlich umzusetzen.
Selbstverwalteter Weg
Hier entsteht Zuständigkeit aus freiwilliger Nutzung, Finanzierung, Beauftragung oder Mitgliedschaft. Für andere Aufgaben können andere Organisationen zuständig sein.
Was ändert sich für einzelne Menschen?
Das Ziel ist nicht, dass jeder Mensch jede Kleinigkeit selbst verwaltet. Menschen können Verantwortung genauso gut an Fachleute, Unternehmen oder Gemeinschaften abgeben. Der Unterschied liegt darin, wofür sie Unterstützung geben und welche Zuständigkeit daraus entsteht.
Menschen können gezielt die Schule, Energieversorgung, Infrastruktur oder andere Leistung unterstützen, die sie tatsächlich nutzen oder sinnvoll finden.
Eine Person, Firma oder Organisation kann für eine klar beschriebene Aufgabe beauftragt werden. Für eine andere Aufgabe kann gleichzeitig jemand völlig anderes zuständig sein.
Wenn Finanzierung, Auftrag und Leistung konkreter zusammengehören, lässt sich eher erkennen, wer wofür bezahlt wird, was vereinbart wurde und ob die Leistung überzeugt.
Was ändert sich bei gemeinsamen Aufgaben?
Ein Ziel des Modells ist, gesellschaftliche Leistungen flexibler, günstiger und effizienter organisieren zu können. Ob eine konkrete Lösung dieses Ziel erreicht, zeigt sich erst an ihren Ergebnissen.
Mehrere Lösungen können parallel entstehen. Erfahrungen müssen nicht erst nacheinander durch ein einziges politisches System gesammelt werden.
Menschen, Unternehmen und Organisationen können sich für genau die Aufgaben zusammenschließen, für die eine gemeinsame Vertretung, Infrastruktur oder ein gemeinsamer Vertrag sinnvoll ist.
Anbieter konkurrieren nicht darum, ihre Lösung allen vorzuschreiben, sondern um Nutzer, Aufträge, Finanzierung und Vertrauen. Neue oder heute noch unbekannte Modelle können daneben entstehen.
Sechs mögliche Anwendungsfelder
Die Beispiele zeigen mögliche Organisationsformen, keine vorgeschriebenen Lösungen. In jedem Bereich könnten ganz andere Modelle entstehen. Entscheidend bleibt, dass Zuständigkeit aus freiwilliger Unterstützung oder Vereinbarung entsteht.
Schulen, Lernnetzwerke, Mentoren, Fachgemeinschaften oder digitale Angebote könnten unterschiedliche Konzepte anbieten. Eltern, Lernende oder andere Unterstützer könnten gezielt die Angebote tragen, die zu ihrem Bedarf passen.
Eine Organisation könnte dauerhaft dafür finanziert und beauftragt sein, bei vorher klar beschriebenen Notlagen sofort zu handeln. Für den einzelnen Einsatz wäre dann kein neuer politischer Auftrag nötig.
Energieversorger könnten für eine gemeinsame Aufgabe eine eigene Einkaufs- oder Verhandlungsorganisation gründen. Diese hätte genau den Auftrag und Spielraum, den ihre Auftraggeber ihr übertragen.
Straßen, Netze oder andere Anlagen könnten von kleinen lokalen Diensten, großen spezialisierten Unternehmen, Genossenschaften oder anderen freiwillig getragenen Organisationen geplant, gebaut oder betrieben werden.
Versicherungen, Fonds, Vereine, Gemeinschaften oder direkte Hilfsmodelle könnten unterschiedliche Formen sozialer Absicherung anbieten. Wie schwierige oder besonders teure Fälle zuverlässig getragen werden, bleibt eine wichtige offene Frage.
Publikationen, Forschungsverbünde oder Rechercheprojekte könnten direkt von Nutzern, Mitgliedern, Auftraggebern oder Stiftungen getragen werden und mit unterschiedlichen Finanzierungs- und Arbeitsmodellen konkurrieren.
Flexiblere, günstigere und effizientere gesellschaftliche Organisation ist ein ausdrückliches Ziel der Selbstverwaltungsdemokratie. Ob ein konkretes Angebot dieses Ziel erreicht, muss es durch seine Leistung zeigen. Freiwillige Organisation schützt nicht automatisch vor Fehlentscheidungen, Korruption oder schlechten Anbietern.
Wettbewerb um Unterstützung
Ein günstiges Angebot kann schlecht sein. Ein teureres kann durch Qualität, Geschwindigkeit oder Verlässlichkeit überzeugen. Welche Kriterien zählen, entscheiden die Beteiligten für die jeweilige Aufgabe.
Lösungen können sich laufend verändern
Manche Aufträge dauern Minuten, andere Jahrzehnte. Manche enden, weil die Aufgabe erledigt ist. Andere laufen weiter, solange Leistung, Vertrag und Unterstützung bestehen. Dadurch können neue Erfahrungen schneller in neue Entscheidungen einfließen.
Jemand erkennt ein Problem oder bietet eine neue Lösung an.
Menschen unterstützen die Lösung durch Nutzung, Geld, Mitarbeit, Vertrag oder eine andere vereinbarte Form.
Aus der Unterstützung entsteht eine klar begrenzte Zuständigkeit mit bekannten Bedingungen.
Kosten, Qualität, Reaktionszeit und andere vereinbarte Leistungen können praktisch beurteilt werden.
Ist die Aufgabe erledigt, endet der Auftrag. Sonst kann die Lösung weitergeführt, verbessert, erweitert oder nach den vereinbarten Regeln ersetzt werden.
Fehler bleiben möglich
Menschen, Firmen und Organisationen können irren, täuschen, korrupt werden oder schlechte Arbeit leisten. Begrenzte Zuständigkeiten und konkurrierende Lösungen sind als Korrekturmechanismen gedacht. Auch ein laufender Auftrag verleiht keine allgemeine Entscheidungsgewalt über Außenstehende.
Eine allgemeine Zuständigkeit
Wenn dieselbe Organisation oder Entscheidung für viele Menschen und Aufgaben zuständig ist, kann ein Fehler entsprechend weit wirken.
Mehrere begrenzte Aufträge
Wenn unterschiedliche Aufgaben von eigenständigen Organisationen übernommen werden, kann ein Fehler stärker auf den betroffenen Auftrag begrenzt bleiben. Andere Lösungen bestehen unabhängig davon weiter.
Kein Automatismus
Auch freiwillige Organisationen können ineffizient sein, Macht konzentrieren, Kunden täuschen, Verträge brechen oder schlicht schlechte Ergebnisse liefern.
Der Anspruch des Rahmens ist deshalb nicht, Konflikte oder Fehler abzuschaffen. Er soll dafür sorgen, dass Verantwortung klarer zugeordnet, schlechte Lösungen leichter ersetzt und bessere Ideen ohne allgemeine politische Erlaubnis ausprobiert werden können.
Weiterdenken
Als Nächstes lässt sich das Prinzip an Infrastruktur durchspielen. Danach geht es tiefer um Verantwortung, Vertrauen und die schwierigen Fragen des Modells.
Wie Straßen, Wartung und andere Infrastruktur über konkrete freiwillige Aufträge organisiert werden könnten.
Wie Verantwortung übertragen wird, wann sie endet und wie Vertrauen praktisch an Unterstützung gebunden bleibt.
Was bei Sicherheit, Streit, sozialer Absicherung, Betrug oder schwer ersetzbarer Infrastruktur offen und schwierig bleibt.